Gibt es mittlerweile nicht genug Tiergesundheitsartikel im Handel?
- info355531
- 21. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Wer in der letzten Woche über die Interzoo geschlendert ist, wird festgestellt haben, dass gefühlt an jedem dritten Stand Produkte im Bereich Tiergesundheit präsentiert wurden. Besonders Nahrungsergänzungsmittel werden in Hülle und Fülle angeboten. Da fragt man sich zwangsläufig: Wo ist da eigentlich immer der Unterschied? Wenn man ehrlich ist, sind die Grund-Inhaltsstoffe oft sehr ähnlich und es wird – meist aus Marketinggründen – noch eine „Super-Zutat“ hinzugegeben.
Aber wie soll der Tierbesitzer in diesem Dschungel noch durchblicken und vor allem Vertrauen aufbauen? Denn immerhin geht es hier um Tiergesundheit. Und das ist in den meisten Fällen ein sehr emotionales Thema.
Ein Anfang wäre mit Sicherheit, die Seriosität der einzelnen Anbieter konsequenter zu hinterfragen. Denn in den allermeisten Fällen sind die Gründergeschichten der Start-ups erschreckend ähnlich: „Mein Hund war krank, ich habe auf der ganzen Welt kein einziges Produkt gefunden, das ihm helfen konnte. Also habe ich einfach selbst eins entwickelt – obwohl ich vorher noch nie Kontakt mit Tiermedizin hatte.“ Das ist, ehrlich gesagt, nicht seriös.
Ich bin sogar dafür, dass der Hinweis „Vom Tierarzt entwickelt“ in dieser pauschalen Form verboten wird. Aus meiner Sicht ist das häufig eine Form von Verbrauchertäuschung – nicht unbedingt juristisch, aber inhaltlich und im Kern der Sache. Zum einen sind Tierärzte in vielen Fällen nur punktuell beteiligt und haben vielleicht mal drüber geschaut. Zum anderen sind es häufig auch Tierärzte, die direkt aus dem Studium kommen oder noch nie in einer Tierarztpraxis gearbeitet haben und somit keinerlei Berufserfahrung aufweisen können. Ehrlicher wäre es, den Tierarzt dann immer mit vollem Namen zu nennen, zum Beispiel „Von Tierarzt XYZ entwickelt“, damit Tierbesitzer nachvollziehen können, wer dahintersteht und welche Berufserfahrung diese Person tatsächlich mitbringt.
Nicht falsch verstehen: Ich befürworte ausdrücklich, wenn Tierbesitzer kleine Alltagsprobleme mit natürlichen Stoffen unterstützen wollen. Ich arbeite seit 20 Jahren nach diesem Prinzip, obwohl ich absoluter Schulmediziner bin und mit Homöopathie nichts anfangen kann. Aber man muss dem Kunden ehrlich gegenübertreten und nicht aus Marketinggründen einem Mitarbeiter einen weißen Kittel anziehen und ein Stethoskop umhängen.
Gerade Tiergesundheit lebt von Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Floskeln, sondern durch Transparenz, nachvollziehbare Verantwortung und echte fachliche Substanz.





Kommentare